Am Mittwoch, den 12. Juni 2013, besuchte Prof. Dr. Lars Feld ,Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung, die Universität Konstanz, um dort zum Thema “Europa im Würgegriff – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit” zu referieren. Der Anlaß wurde gemeinsam vom Hayek-Club Konstanz, der LHG Konstanz und der Reinhold-Maier-Stiftung veranstaltet. Im Gegensatz zu unserem letzten Vortragsabend war diese Veranstaltung mit nahezu 200 Teilnehmern mehr als gut besucht.

Professor Feld behandelte in seinem Referat vor allem die Verschuldung in Deutschland. Diese sei zwar im Vergleich zum Rest Europas relativ niedrig, doch gelte auch hier, daß der Einäugige unter den Blinden der König sei. Es bestehe eine massive Dringlichkeit zu konsolidieren, auf der anderen Seite aber auf Steuererhöhungen zu verzichten, da diese die Wirtschaft abwürgen würden. Feld zeigte in seinem Vortrag auf, daß, wenn die Renten nicht gekürzt werden sollen und die Verschuldung in % des BIP nicht weiter ansteigen soll, allein die Sozialabgaben in wenigen Jahren bald 50% des BIP betragen werden. Kürzungsmöglichkeiten sah Feld vor allem Bildungsbereich. So hätten die Schülerrückgänge in den vergangenen Jahren nicht dazu geführt, daß weniger Lehrer beschäftigt sind, sondern es seien im Gegenteil noch zusätzliche Lehrer eingestellt worden. In der kommunalen Verwaltung sei ähnliches passiert, auch hier seien in den vergangen Jahren zu viele Beamte eingestellt worden. Außerdem wird wohl das Renteneintrittsalter auf 69 erhöht werden müssen.

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Schließlich ging Feld noch auf die Fehlanreize der Schuldenbremse im Grundgesetz ein. So sei es für Länder günstig, sich bis 2020 hoch zu verschulden, um eine günstige Position im dann neu zu verhandelnden Länderfinanzausgleich zu erhalten. Im Anschluss an seinen Vortrag nahm sich Lars Feld noch Zeit, um die Fragen des Publikums zu beantworten.

Dankenswerterweise hat die LHG Konstanz die Veranstaltung gefilmt und eine Aufzeichnung ins Netz gestellt: