Der Hayek Club Konstanz freut sich, dass der Südkurier seiner Informationsaufgabe als Monopolist nachgekommen ist und über unsere Aktivitäten sowohl online als auch in der Tageszeitung berichtet hat.

Sauberer Journalismus ist es jedoch nicht, was der Südkurier hier praktiziert. Wir hätten uns eine kritische Berichterstattung über die Inhalte gewünscht, aber keine einseitig pauschalisierende Stigmatisierung. Der Artikel ist zwar im Großen und Ganzen realitätsnah, aber Worte wie “obskur” zeigen, dass keine wertneutrale Berichterstattung stattfand. Folgende Anmerkungen sind darüber hinaus  zu machen:

1. “Soll sich jeder um sich selbst kümmern”: Sowohl im Vortrag von Herrn Habermann als auch im 90-minütigem Interview mit dem Südkurier wurde lang und breit erklärt, wie eine auf Freiwilligkeit basiernde Gesellschaft funktionieren kann. Der Staat ist dabei nur letzte Instanz, die hilft, wenn dies eigenverantwortlich oder mit familiärer und gesellschaftlicher Unterstützung nicht möglich ist.

2. Wenn Solidarität zwangsfinanzierte Umverteilung von Unten nach Oben heißt, dann fordert der Hayek Club Konstanz tatsächlich ihr Ende. Für Liberale ist Solidarität jedoch freiwillig. Wer nach Hilfe fragt, bekommt sie. Solidarität ist für Hayekianer nicht, dass man ungeachtet seiner Bedürftigkeit Hilfe bekommt, die man garnicht benötigt und zur Hilfe gezwungen wird, die man nicht will. Diese Praxis nennen wir menschenverachtend. Ein System der Abhängigkeit eines Jeden vom Staat zerstört unserer Gesellschaft und lässt soziale Kälte entstehen.
3. Das mit dem “Unterwandern” hat Frau Russ offensichtlich falsch verstanden. Die explizite Bitte direkt nach der Äußerung den möglicherweise irreführenden El-Kaida-Vergleich nicht aufzunehmen – obwohl es ja inhaltlich durchaus viel anders zu sagen gäbe – wurde nicht nachgekommen. Die Hayek Clubs sind öffentlich zugänglich und transparent. Von “Unterwandern” kann hier keine Rede sein. Wenn Journalisten in der mit uns kooperierenden Hayek-Gesellschaft Mitglied sind, so ist dies ihre Sache. In Deutschland herrscht schließlich noch sowohl Vereins- als auch Vereinigungsfreiheit.

4. Im Bild ist die Diskussion zahm, im Text kontrovers. Was nun? Jeder Teilnehmer ist eingeladen, bei Veranstaltungen des Hayek Club Konstanz von seiner Meinungsfreiheit vollen Gebrauch zu machen. Zwingen werden wir sie dazu aber nicht.

5. Zu den Zitaten ist zu sagen, dass sie natürlich sehr selektiv sind, was aber verständlich ist. Ich sprach jedoch nicht von “Organisationen” sondern von Bewegungen. Man lernt sogar an staatlichen Universitäten, dass 80% der Journalisten links eingestellt sind. Der Hayek Club Konstanz sieht es nicht als verwerflich an, als Journalist keine linken, staatsgläubige Positionen zu vertreten.

6. Wir finden es schade, dass sich nicht mit den Inhalten auseinandergesetzt wurde, hoffen aber, dass dies in Zukunft noch geschieht. Eine Aufklärung der Gesellschaft ist bitter nötig, wie folgende Leserkommentare auf der Online-Version des Südkuriers belegen.

Hanspeter Güttinger schreibt:

Seit wann studieren Individuen mit Grundgesetzwidriger Einstellung auf Kosten meiner und meiner Kinder an einer UNI oder FH?

Der Hayek Club Konstanz erklärt dazu, dass es Studienverbote in der deutschen Geschichte bereits ab. Wir hoffen, dass wir dies in Zukunft nicht mehr erleben müssen. Wir bitten außerdem zu bedenken, was grundgesetzwidrigen Parteien wie der NPD oder marxistischen Parteien jährlich aus Steuermitteln zukommt. In dieser Hinsicht sollten Individuen vielleicht noch ihre Meinungsfreiheit nutzen dürfen.

Marius Bauer schreibt:

Hat der junge Herr Heuermann etwa Angst, dass sein durch elitären Inzest degeneriertes Gehirn demjenigen eines “Kindes von Eltern, die die falschen Entscheidungen getroffen haben” unterlegen sein könnte, wenn unser Bildungssystem die Chancengleichheit irgendwann geschaffen hat?

Abgesehen davon, dass Beleidigungen und Unterstellungen für den argumentativen Diskurs nicht förderlich sind, erklärt der Hayek Club Konstanz, dass es nicht möglich ist totale Chancengleichheit herzustellen. Es sei denn, Herr Bauer strebt an, die Kinder direkt nach ihrer Geburt den Eltern wegzunehmen, in geschlossenen Anstalten zu verwahren und sie totalitär zu kontrollieren und zu überwachen.Ein privates Schulsystem mit Bildungsgutscheinen würde eher für individuelle Förderung jedes Kindes sorgen als die Gleichmacherei unserer heutigen Zeit.

Der Hayek Club Konstanz ist zudem nicht elitär, sondern das genaue Gegenteil. Eine gesellschaftliche Bewegung von unten, die dezentral für mehr Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Demokratie und Gerechtigkeit kämpft. Der Liberalismus, wie wir ihn verstehen, lehnt sämtliche Partikularinteressen ab und besteht aus mündigen Bürgern statt aus herrschsüchtigen Bürokraten.

Weiter schreibt er:

Dieser Artikel ist fast genau so armselig wie die Argumentation der Personen, welche er zitiert

Wir laden Herrn Bauer gerne zu unserer nächsten Veranstaltung sein und freuen uns auf seine Argumente, die in seinen Kommentaren nicht zu finden sind. Unsere wurden im Artikel des Südkuriers leider vollkommen ausgeklammert. Wir sind nicht ideenlos, sondern verbreiten Ideen, die unsere Gesellschaft nicht nur freier, sondern auch wohlhabender, fortschrittlicher und vor allem lebenswerter machen!

Informieren Sie sich selbst und bleiben Sie kritisch!

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