Am 30.Mai besuchte eine Delegation des Hayek-Club Konstanz das Symposium “Wege in die Zukunft Europas” des Liberalen Instituts in Zürich, um sich die Vorträge von Erich Weede und Frank Schäffler anzuhören und um sich generell mit der schweizer Szene zu vernetzen.

Nachdem Pierre Bessard, der Direktor des Liberalen Instituts, die beiden Referenten vorgestellt hatte, begann Prof. Erich Weede mit seinem Vortrag zum Thema “Die Stellung Europas in der Welt”. Laut Weede seien die beiden entscheidenden Merkmale, durch die sich Europa auszeichne, oder vielmehr, wie Weede betonte, sich ausgezeichnet habe, Freiheit und Rationalität.

Die Freiheit Europas war bedingt durch kleine politische Einheiten und durch ein hohes Maß an Dezentralität. Dadurch, daß die Bürger immer eine “Exit-Option” hatten, seien die Herrscher gezwungen gewesen, das Volk nicht allzu stark ausuzubeuten und zumindest so zu tun, als sorgten sie sich um das Wohlergehen ihrer Bürger. Durch die Freiheit sei ein Wohlstand bisher ungekannten Ausmaßes entstanden. Daß Freiheit Wohlstand bringt sei vor allem im Vergleich von Staaten mit gleicher Bevölkerung, aber unterschiedlichen Wirtschaftssystemen ersichtlich (z.B. DDR und BRD oder Nord- und Südkorea).

Gegenwärtig marschiere die EU jedoch in den zentralistischen Superstaat, der weder demokratisch regiert werden könnte, noch die uns noch verbliebenen Freiheiten bewahren könnte. In diesem Zusammenhang kritisierte Weede auch scharf die gegenwärtige Rettungspolitik der deutschen Bundesregierung. Diese führe, so Weede, zwangsläufig in den Zentralismus und damit in den Abgrund. Weede wörtlich:

In der Zukunft wird man die Namen Merkel und Schäuble mit ganz anderen Augen sehen. Diese Leute können froh sein, wenn sie in fünf Jahren noch über die Straße gehen können, ohne angespuckt zu werden.

Die Schweiz sah Weede von der EU immer mehr unter Druck gesetzt, wobei er auf aktuelle Ereignisse, wie die Abschaffung des Bankkundengeheimnisses und auf den Steuerstreit mit Deutschland verwies.

Frank Schäffler nutzte seinen Vortrag vor allem um die der gegenwärtigen Rettungspolitik innewohnenden Irrtümer auseinanderzunehmen und die Machtinteressen der dahinterstehenden Gruppen aufzuzeigen. Schäfflers Vortrag entsprach in weiten Teilen dem, den er bereits im Januar auf der Veranstaltung “Endstation Sozialismus” gehalten hatte und welcher hier auf youtube angesehen werden kann.

Nach den Vorträgen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit den Referenten. Frank Schäffler konnte noch für ein Foto mit Mitglieder des Hayek-Clubs gewonnen werden. Danach ließ man den Abend in einer nahegelegenen Bar bei einem kühlen Bier ausklingen.

Foto

(v.l.n.r.: Timo Hilsdorf, Nils Ullrich, Jonas Zentner, N.N., Frank Schäffler, Robert Nef, Thomas Hellwig)
Foto: Christian Zulliger